Während in anderen Städten der Winter immer wieder tödlich für Menschen ohne Obdach enden kann, zeigt Cottbus, wie effektive Netzwerkarbeit Leben rettet. Auch in den letzten Jahren gab es hier keine Kältetoten, dank gut abgestimmter Zusammenarbeit von Sozial- und Ordnungsbehörden, Streetworkern und Einrichtungen wie der Stadtmission.
Sobald die Stadt Kenntnis über obdachlose Personen erhält, greifen abgestimmte Prozesse: Streetworker bieten Schlafsäcke, warme Kleidung und Unterkünfte an, klären über Sozialleistungen auf und vermitteln weiterführende Hilfen. Herzstück der Hilfe ist die Wärmestube der Stadtmission mit Essen, Beratung, Kleiderkammer und Duschmöglichkeiten, täglich geöffnet, auch an Wochenenden im Winter.
Im Notfall greift die Fachstelle „Wohnhilfen“ des Sozialamts ein. Sie koordiniert alle städtischen Maßnahmen bei drohendem Wohnungsverlust, von Mietschuldübernahme bis zur ordnungsrechtlichen Unterbringung. Die Zahlen zeigen: Räumungsklagen und Zwangsräumungen sind rückläufig.
Auch wenn 2025 offiziell 323 Menschen als wohnungslos galten, schlägt sich das selten in Übernachtungszahlen nieder. Die Notschlafstelle am Ostrower Damm verzeichnete zuletzt durchschnittlich 16 Personen pro Monat – deutlich weniger als in Großstädten.
Wichtig: Die Unterkünfte sind freiwillig. Niemand wird gegen seinen Willen eingewiesen – außer bei Gefährdung oder mit richterlichem Beschluss. Die Stadt ruft zur Wachsamkeit auf: Wer hilflose Menschen bemerkt, soll die Behörden informieren – damit Hilfe rechtzeitig ankommt.



