Tankstellenmitarbeiter zeigt ZivilcourageFoto © atlasstudios

Manchmal sind es die kleinen Momente, die eine große Wirkung haben. Am Montagnachmittag stand ein 68-jähriger Mann an der Kasse einer Cottbuser Tankstelle. Er wollte Alkohol kaufen. Schon auf den ersten Blick wirkte er stark alkoholisiert. Sein Auto draußen: beschädigt. Die Szene hätte leicht eine Tragödie einleiten können – doch sie wurde gestoppt, weil ein Mensch hingeschaut und gehandelt hat.

Der Mitarbeiter der Tankstelle informierte die Polizei. Keine langen Debatten. Kein Urteil über den Mann. Sondern klare Verantwortung – für alle anderen im Straßenverkehr, für die Gemeinschaft und: auch für den Betrunkenen selbst. Denn wer weiß schon, was diesen 68-Jährigen an diesem Tag so tief in den Alkohol getrieben hat? Vielleicht war es einer der schwersten Tage seines Lebens. Vielleicht war es Einsamkeit, Verzweiflung, Kontrollverlust.

Der Tankstellenmitarbeiter verurteilte ihn nicht. Stattdessen traf er eine Entscheidung, die der Mann in diesem Moment selbst nicht mehr treffen konnte: Er bremste ihn aus – zum Schutz aller. Die Polizei bestätigte später: Über drei Promille Atemalkohol, Führerschein eingezogen, Blutprobe angeordnet. Die Ermittlungen laufen.

Aber dieser Vorfall erzählt mehr als nur von einem Verstoß gegen das Gesetz. Er erzählt von Verantwortung. Von einem Cottbuser, der nicht wegsah, sondern für einen anderen Menschen – und für unsere Stadt – eine mutige Entscheidung traf. Und vielleicht hat er dem Mann an der Kasse mehr geholfen, als der es heute selbst erkennen kann.

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