Warum heilen Muskeln im Alter langsamer? Forschende haben jetzt eine überraschende Antwort gefunden: Es liegt nicht nur am „Verschleiß“, sondern an einem cleveren Selbstschutzmechanismus unserer Muskelzellen. Ein Kommentar von Julia von Maltzahn in der Fachzeitschrift Science erklärt die Hintergründe.
Im jungen Körper springen Muskelstammzellen sofort an, wenn Gewebe beschädigt ist – sie teilen sich, ersetzen zerstörte Fasern und sorgen für eine schnelle Heilung. Im Alter aber ändern diese Zellen ihr Verhalten. Sie produzieren verstärkt ein Protein namens NDRG1, das ihre Überlebensfähigkeit stärkt. Der Preis: Sie reagieren langsamer auf Verletzungen und arbeiten weniger effektiv bei der Regeneration.
Es ist ein biologischer Kompromiss: Die Zellen überleben besser, sind aber träger. Das macht ältere Menschen anfälliger für langwierige Muskelverletzungen. Interessant dabei: Die Zahl dieser Stammzellen bleibt gleich – ihre Leistung jedoch nimmt ab. Sicherheit geht vor Schnelligkeit.
Diese Erkenntnisse, auch gestützt durch Forschungen der Stanford University, eröffnen neue Wege für zukünftige Therapien. Ziel ist es, im Alter nicht nur das Überleben der Zellen zu sichern, sondern auch ihre volle Funktionalität zu bewahren – für mehr Mobilität und Lebensqualität bis ins hohe Alter.



