Wie sieht sorbische Kultur aus, wenn sie nicht nur bewahrt, sondern neu gedacht wird? Genau das zeigt die neue Ausstellung „jama: pśichod / Grube: Zukunft“ von Karoline Schneider im Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus. Zu sehen ist die Schau vom 21. Februar bis 19. April 2026.
Die Leipziger Multimedia-Künstlerin geht von ihren sorbischen Wurzeln aus – aber nicht nostalgisch. Stattdessen entwickelt sie eine kraftvolle Vision von Gegenwart und Zukunft. In raumfüllenden Installationen treffen Keramik, Videoarbeiten und Augmented-Reality-Elemente aufeinander. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen zu einer begehbaren Erlebniswelt.
Im Mittelpunkt steht die Idee eines „serbski futurizm“ – eines sorbischen Futurismus. Trachten, Sprache und Bräuche erscheinen hier nicht als starre Tradition, sondern als lebendige Kultur, die sich ständig verändert. Bewahrt wird nicht das Alte, sondern der Wandel selbst.
Die Ausstellung versteht sich als eine Art Archäologie der Zukunft. Sie fragt, wie Identität entsteht, wie Geschichte in Landschaften und Körper eingeschrieben ist – und was „sorbisch sein“ heute bedeuten kann. Mit Unterstützung der Stiftung für das sorbische Volk erscheint begleitend eine Publikation.



