Ein besonderer Moment des Erinnerns steht Cottbus bevor: Am 7. März wird der 100. Stolperstein im Stadtgebiet verlegt. Seit 2006 erinnern die kleinen Messingtafeln im Gehweg an Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Insgesamt werden dann 103 Steine im Stadtbild zu finden sein.
Der 100. Stein wird um 11.30 Uhr vor dem Haus in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße 13 gesetzt. Er erinnert an Eugen Heilbrun, der 1941 ins Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert wurde und dort 1942 starb. Drei weitere Stolpersteine folgen um 11.40 Uhr in der Klosterstraße 25 für die Familie Kaczka. Die Eltern wurden 1938 deportiert, später im Ghetto Lodz ermordet. Ihr Sohn Gustav wurde 1943 nach Auschwitz verschleppt und getötet.
Die Stolpersteine sind ein europaweites Kunst- und Erinnerungsprojekt des Künstlers Gunter Demnig. Verlegt werden sie jeweils vor dem letzten freiwilligen Wohnort der Opfer. Passanten sollen im übertragenen Sinn „stolpern“ – innehalten und sich erinnern.
Die Verlegung wird durch Spenden ermöglicht. Organisiert wird sie vom Heimatverein Cottbus e.V. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, an der Zeremonie teilzunehmen und gemeinsam ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzen.



