In Kolkwitz bekommt Beton aus einem Wohnblock in Großräschen ein zweites Leben. Für den Anbau am Vereinshaus werden rund 60 gebrauchte Platten eingesetzt. Einige sind sechs Meter lang und fast sechs Tonnen schwer. Weitere 21 Elemente werden für ein Tickethaus und eine Garage genutzt. Die BTU begleitet den Bau wissenschaftlich; fertig werden soll er noch 2026.
Hinter dem Projekt steht Prof. Dr.-Ing. Angelika Mettke. Die gebürtige Cottbuserin erforscht seit mehr als 30 Jahren, wie Bauteile nach einem Rückbau erneut genutzt werden können. Rückbau heißt: Ein Gebäude wird kontrolliert zerlegt, damit Wände und Decken erhalten bleiben.
Im EU-Projekt „ReCreate“ entwickelt Mettke mit europäischen Partnern Prüfverfahren, Standards und digitale Werkzeuge für gebrauchte Betonfertigteile. Nach ihren Berechnungen lassen sich gegenüber einer Neuproduktion bis zu 97 Prozent der CO₂-Emissionen sparen. Der Ausbau in Kolkwitz wird über „ReUse Hub“ gefördert und vom Ingenieurbüro Jähne geplant.
Mettke arbeitet zudem an Plattformen für wiederverwendbare Bauteile. So könnten Kommunen und Bauherren leichter auf vorhandene Rohstoffe zugreifen. Alte Plattenbauten werden damit zum Materiallager für die Zukunft.



