Das sorbisch-wendische Siedlungsgebiet in Brandenburg wird kleiner. Mit sechs Beschlüssen vom 9. Juli 2026 hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einen jahrelangen Rechtsstreit weitgehend beendet. Betroffen sind Ortsteile in Neuhausen/Spree, Neiße-Malxetal, Schenkendöbern, Felixsee, Schwielochsee und Märkische Heide. Die Anträge auf Zulassung der Berufung blieben überwiegend erfolglos. Damit gelten die Urteile des Verwaltungsgerichts Cottbus in weiten Teilen endgültig.
Entscheidend ist, ob sich eine kontinuierliche sorbisch-wendische Sprach- oder Kulturtradition bis heute belegen lässt. Historische Besiedlung, slawische Ortsnamen oder einzelne Bräuche wie Zampern reichen nach Auffassung der Gerichte allein nicht aus. Sorbische Vertreter und das Kulturministerium hatten diese enge Auslegung kritisiert.
Der Verlust des Status hat konkrete Folgen: Minderheitenschutz und Förderregeln greifen in den betroffenen Ortsteilen künftig größtenteils nicht mehr. Das betrifft etwa zweisprachige Beschilderung, Kulturförderung und Beteiligungsrechte. Offen bleibt nur Gablenz in Neuhausen/Spree. Dort ließ das Gericht die Berufung zu, weil die Belege für eine durchgehende Traditionspflege erneut geprüft werden sollen.



