Ein Paar aus Cottbus ist am Mittwoch vom Landgericht Cottbus zu langen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Der Mann muss für elf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, die Frau für elf Jahre. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Nach Überzeugung des Gerichts hatten beide im Februar dem früheren Partner der Frau in dessen Wohnung aufgelauert. Rund 45 Minuten lang misshandelten sie den Mann schwer. Dabei schlugen sie unter anderem mit einem Hammer und einem Fleischklopfer gegen seinen Kopf und übergossen ihn mit WC-Reiniger. Die Chemikalie hätte das Augenlicht des Opfers dauerhaft schädigen können.
Die Kammer sprach das Paar unter anderem des versuchten Mordes und der versuchten Geiselnahme mit Todesfolge schuldig. Hintergrund war offenbar der Verdacht, der Mann habe die Tochter der Verurteilten sexuell belästigt. Das Gericht wertete das Vorgehen als Selbstjustiz.
Ein offenbar versehentlich verschicktes Video der Tat erreichte noch während des Angriffs die Chefin des Opfers. Sie verständigte die Polizei und rettete ihrem Mitarbeiter damit vermutlich das Leben. Die Staatsanwaltschaft hatte zwölf Jahre Haft für den Mann und zehn Jahre für die Frau beantragt. Gegen das Urteil kann noch Revision eingelegt werden.



