Gunther von Hagens ist tot - Ein Lebenswerk, das in Guben weiterlebtFoto © blickpixel

Mit Gunther von Hagens ist ein Mann gestorben, der den Blick auf den menschlichen Körper grundlegend verändert hat. Der Mediziner, Wissenschaftler und Unternehmer wurde 81 Jahre alt. Weltweit bekannt wurde er als Erfinder der Plastination und als Schöpfer der KÖRPERWELTEN. Für Guben war er jedoch weit mehr als ein berühmter Name.

2006 eröffnete von Hagens in einer früheren Tuchfabrik das Plastinarium. Wo zunächst Ruinen, fehlende Decken und Bäume in alten Gebäuden standen, entstand mit großer Beharrlichkeit ein international anerkannter Standort. Heute arbeiten dort rund 120 Menschen. In aufwendiger Handarbeit entstehen Präparate für Ausstellungen, Universitäten und die medizinische Ausbildung.

Von Hagens wollte Anatomie aus den Lehrbüchern holen und für Menschen sichtbar machen. Seine Ausstellungen erreichten mehr als 58 Millionen Besucher. Sie lösten Staunen, Interesse, aber auch kontroverse Diskussionen über den Umgang mit Verstorbenen aus.

Sein eigener Lebensweg war ebenso außergewöhnlich: Nach politischer Haft in der DDR wurde er 1970 von der Bundesrepublik freigekauft. Später entwickelte er in Heidelberg das Verfahren, das ihn weltberühmt machte. Seinem Wunsch entsprechend soll auch sein eigener Körper plastiniert werden. Ob er eines Tages in Guben zu sehen sein wird, ist noch offen. Sicher ist: Sein Lebenswerk bleibt dort lebendig.

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