Alkohol, Drogen, Medikamente: Wenn Eltern süchtig sind, leiden oft die Kinder – meist im Verborgenen. In Cottbus und im Landkreis Spree-Neiße wächst fast jedes fünfte Kind in einer suchtbelasteten Familie auf. Das sind bis zu 3.000 junge Menschen in der Region. Weitere 3.800 Kinder sind von psychischen Erkrankungen der Eltern betroffen.
Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche vom 22. bis 28. Februar 2026 lädt die AG Suchtfragen der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) am 25. Februar zu einem Fachvortrag ein. Als Expertin spricht Dr. med. Kristina Kölzsch von der Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem. Sie erklärt, welchen Belastungen diese Kinder ausgesetzt sind, welche Folgen instabile Erziehung und fehlende Verlässlichkeit haben – und welche Hilfen es gibt.
„Diese Kinder werden zu wenig gesehen“, sagt Ivonne Mlosch-Richter von der Tannenhof Berlin-Brandenburg. Ziel sei es, Fachkräfte und Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Der Vortrag findet von 15 bis 16 Uhr statt und kann online verfolgt werden. Anmeldungen sind bis heute (23. Februar, 12:00 Uhr) per E-Mail an Ivonne.Mlosch-Richter@tannenhof.de möglich.
Klar ist: Sucht ist eine Krankheit. Doch ihre Folgen treffen oft die Jüngsten. Aufmerksamkeit und frühe Hilfe können entscheidend sein.



