Im Heimatmuseum Dissen ist jetzt eine kleine polnische Delegation empfangen worden – mit einem klaren Ziel: Das grenzüberschreitende Projekt „Lausitz – Geschichte ohne Grenzen“ voranzubringen. Im Mittelpunkt stehen Kultur, Traditionen und Bräuche der Niederlausitz sowie angrenzender Regionen in Polen. Dabei geht es nicht nur um klassische Ausstellungen, sondern auch um moderne Ansätze wie virtuelle Führungen durch geschlossene Kirchen oder Museen.
Die Gespräche lieferten zahlreiche Impulse. Besonders spannend: Viele Bräuche ähneln sich auf beiden Seiten der Grenze stärker als erwartet. Historische Verbindungen, etwa durch sorbische Siedlungsgebiete rund um Forst (Lausitz) und Brody, werden so wieder sichtbar gemacht. Auch wissenschaftliche Arbeiten aus Deutschland und Polen greifen ineinander und zeigen, wie eng die kulturellen Wurzeln verflochten sind.
Geplant sind zweisprachige Materialien in Deutsch und Polnisch, die Touristen künftig Orientierung bieten sollen. Zusätzlich sind eine Fachkonferenz sowie eine mehrtägige Exkursion vorgesehen, um die Region praxisnah zu erleben. Noch bis Ende Mai werden die Projektideen konkretisiert, im Herbst soll die Umsetzung starten. Ziel ist es, die Lausitz als gemeinsamen Kulturraum neu erlebbar zu machen – für Besucher aus beiden Ländern.



