Waldbrände gehören inzwischen auch in Brandenburg zu den größten Herausforderungen für Einsatzkräfte und Behörden. Damit die medizinische Versorgung selbst in Krisensituationen zuverlässig funktioniert, startet die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) gemeinsam mit Airbus Helicopters und der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg ein neues Forschungsprojekt.
Die entsprechende Vereinbarung wurde jetzt auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin unterzeichnet. Ziel des Vorhabens ist es, die Gesundheitsversorgung in der Lausitz auch dann aufrechtzuerhalten, wenn Waldbrände Straßen blockieren, Evakuierungen notwendig werden oder Krankenhäuser vor zusätzlichen Belastungen stehen.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer digitalen Simulation. Sie soll zeigen, welche Auswirkungen großflächige Brände auf Krankenhäuser, Rettungswege und den Transport wichtiger medizinischer Güter haben. So können mögliche Schwachstellen frühzeitig erkannt und Lösungen entwickelt werden, bevor ein Ernstfall eintritt.
Die MUL-CT bringt ihre Erfahrungen aus Gesundheitsversorgung und Digitalisierung ein. Die BTU arbeitet an Technologien zur Waldbranderkennung und an optimierten Flugrouten für unbemannte Luftfahrzeuge. Airbus Helicopters steuert Erfahrungen aus dem internationalen LifeSaver-Programm bei, das bereits in Japan zur Sicherung medizinischer Lieferketten in Katastrophengebieten eingesetzt wurde.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig in eine digitale Plattform für die Modellregion Gesundheit Lausitz einfließen. Dort werden Gesundheits-, Mobilitäts- und Umweltdaten miteinander verknüpft, um die Versorgung der Bevölkerung besser planen zu können. Der offizielle Projektstart ist für September 2026 vorgesehen. Das Vorhaben gilt als weiterer Baustein, um die Lausitz als Modellregion für digitale Gesundheitsversorgung und innovative Forschung zu stärken.



