Was viele über den Cottbuser Bahnhof nicht wissenFoto © Cottbus Daily (RS)

Täglich fahren Tausende Menschen am Cottbuser Hauptbahnhof ein und aus. Für die meisten ist er ein Ort des Ankommens, Umsteigens oder Abschiednehmens. Doch nur wenige wissen, welche Geschichte sich hinter den Gleisen verbirgt.

Mit der neuen Ausstellung „Cottbus: Ein Bahnhof der Erinnerung. Deportationen und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ rückt das Menschenrechtszentrum Cottbus genau diese oft vergessenen Kapitel der Stadtgeschichte in den Mittelpunkt.

Eröffnet wurde die Ausstellung bewusst an dem Ort, an dem sich die damaligen Ereignisse abgespielt haben. Denn der Bahnhof war während der Zeit des Nationalsozialismus weit mehr als nur ein Verkehrsknotenpunkt.

Von hier aus wurden 1938 jüdische Menschen mit polnischer Staatsbürgerschaft aus Cottbus und der Region ausgewiesen. Während des Zweiten Weltkriegs fuhren über die Cottbuser Gleise Deportationszüge in Ghettos und Konzentrationslager. Gleichzeitig kamen Tausende Menschen in die Stadt, die in Betrieben, kommunalen Einrichtungen oder auf Bauernhöfen Zwangsarbeit leisten mussten.

Die Ausstellung macht diese Geschichte direkt am historischen Ort sichtbar. Neben Informationstafeln erinnert eine besondere Medieninstallation an die Schicksale der Betroffenen. In Anlehnung an historische Abfahrtstafeln werden Namen und Deportationsorte gezeigt und damit Menschen in Erinnerung gerufen, deren Lebenswege durch das nationalsozialistische Regime zerstört wurden.

Hinter dem Projekt stehen das Menschenrechtszentrum Cottbus, die AG Stolpersteine, die Städtischen Sammlungen Cottbus sowie weitere Partner. Ziel ist es nicht nur, an die Opfer zu erinnern, sondern auch die Bedeutung von Demokratie, Menschenrechten und Rechtsstaatlichkeit für die Gegenwart sichtbar zu machen.

Die Ausstellung zeigt eindrücklich, dass Geschichte nicht nur in Büchern stattfindet. Manchmal liegt sie direkt vor der eigenen Haustür – oder in diesem Fall auf den Gleisen, an denen täglich Tausende Menschen vorbeikommen.

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