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Ausgerechnet zur CSD-Woche: Cottbus sagt Genderzeichen in Verwaltung und Stadtpolitik Nein

Während in Cottbus die CSD-Woche beginnt und viele Menschen für Vielfalt, Gleichberechtigung und Sichtbarkeit zusammenkommen, sorgt eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung für Diskussionen. Mit Mehrheit wurde ein Antrag der AfD beschlossen. Künftig sollen in der offiziellen Kommunikation der Stadt keine Genderzeichen wie Sternchen, Doppelpunkt oder Unterstrich mehr verwendet werden.

Schnell war von einem „Gender-Verbot“ die Rede. Tatsächlich geht der Beschluss aber nicht so weit. Er betrifft ausschließlich die Stadtverwaltung und das Stadtparlament. Für Bürgerinnen und Bürger ändert sich dadurch nichts.

Die AfD begründet den Antrag damit, dass amtliche Texte künftig „verständlicher, einheitlicher und politisch neutral“ formuliert werden sollen. Gleichzeitig wirft der Beschluss Fragen auf. Denn eine verpflichtende Gendersprache gab es in der Cottbuser Verwaltung zuvor nicht. Warum braucht es also einen Beschluss gegen etwas, das gar nicht vorgeschrieben war?

Kritiker vermuten deshalb, dass es weniger um eine praktische Veränderung im Verwaltungsalltag geht, sondern vor allem um ein politisches Signal. Dass die Debatte ausgerechnet zum Start der CSD-Woche besonders viel Aufmerksamkeit bekommt, verstärkt diesen Eindruck. Ob der Zeitpunkt bewusst gewählt wurde oder Zufall ist, lässt sich allerdings nicht belegen.

Fest steht: Niemandem wird das Gendern grundsätzlich verboten. Wer privat, im Studium, im Beruf oder auf Social Media gendern möchte, kann das weiterhin tun. Geändert wird lediglich die Sprache der Stadtverwaltung und der städtischen Gremien.

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