Zwei Cottbuser Studi's forschen gerade mitten im Eis im wohl härtesten Labor der WeltFoto © BTU Tom Scheppan

Während die meisten Menschen aktuell den Sommer genießen, kämpfen sich sechs Forschende aus Deutschland und der Schweiz durch Schnee, Eis und eisigen Gegenwind in Grönland. Mit dabei sind zwei Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg sowie ein Absolvent der Universität. Ihr Arbeitsplatz für 40 Tage: das grönländische Inlandeis, vermutlich eines der härtesten Labore der Welt.

Die Expedition „Spurensuche 2026“ startete Ende Mai und folgt einer historischen Route des Polarforschers Alfred de Quervain aus dem Jahr 1912. Krass ist, dass das Team die rund 700 Kilometer lange Strecke komplett ohne Motoren zurück legt. Stattdessen ziehen die Forschenden schwere Schlitten hinter sich her, bewegen sich auf Skiern fort und nutzen Kites, um voranzukommen.

Bereits mehr als 350 Kilometer und rund 2.450 Höhenmeter liegen bereits hinter den Expeditionsteilnehmern. Doch die Bedingungen werden zunehmend schwieriger. Steigende Temperaturen lassen Schmelzwasserflüsse, Seen und gefährliche Gletscherspalten entstehen. Genau deshalb sammeln die Forschenden jetzt wichtige Daten über die Veränderungen des grönländischen Eisschildes.

Dabei geht es um weit mehr als nur Eis. Die Wissenschaftler untersuchen nämlich auch Schneehöhen, Wetterdaten und die langfristige Entwicklung der Gletscher. Außerdem werden Schnee- und Eisproben gesammelt, um Mikroplastik in einer der entlegensten Regionen der Erde nachzuweisen. Moderne Satellitentechnik zeichnet während der gesamten Reise Millionen von Messwerten auf die dabei entstehen.

Für die BTU sind Expeditionsleiter Thomas Hitziger, Wissenschaftler Tom Scheppan sowie Bauingenieur-Absolvent Paul Gasch unterwegs. Sie sind natürlich nicht die ersten, aber sie knüpfen eben auch an eine schon 30 Jahre alte Messreihe an. So kann man genauer ermitteln wie sehr der Klimawandel voranschreitet und wie groß das Ausmaß ist.

Wer wissen will, wie sich Forschung am Ende der Welt anfühlt, kann die Expedition sogar täglich online begleiten. Auf Instagram unter @iceploration teilt das Team Eindrücke direkt vom Inlandeis. Dank Satelliten-Tracking ist sogar in Echtzeit sichtbar, wo sich die Forschenden gerade durch Schnee und Eis kämpfen.

Barrierefreiheit