Zum ersten Mal verschickt die Stadt Cottbus Rechnungen für Einsätze des Rettungsdienstes direkt an Patientinnen und Patienten. Betroffen sind zunächst rund 1.000 Menschen, die im Januar 2025 einen Rettungswagen oder Notarzt gebraucht haben. Normalerweise übernehmen die Krankenkassen diese Kosten. Doch genau darüber gibt es seit Monaten Streit.
Die Stadt erklärt, dass die Krankenkassen die Kosten für 2025 bisher nicht vollständig zahlen wollen. Deshalb sieht sich Cottbus gezwungen, die Gebührenbescheide direkt an die Betroffenen zu schicken. Wichtig dabei: Die Patientinnen und Patienten sollen die Rechnung nicht am Ende selbst tragen müssen, sondern können das Geld bei ihrer Krankenkasse zurückfordern.
Oberbürgermeister Tobias Schick spricht von einem schweren, aber nötigen Schritt. Hintergrund ist eine große Finanzierungslücke. Für das Jahr 2025 geht es insgesamt um rund 13 Millionen Euro für bereits geleistete Einsätze von Rettungssanitätern und Notärzten. Die Krankenkassen erkennen nach Angaben der Stadt bisher nur etwa 80 Prozent der Kosten an. Für Cottbus bleibt damit ein Fehlbetrag von rund 2,5 Millionen Euro. Dieses Geld fehlt dann für Fahrzeuge, Ausrüstung und den Betrieb des Rettungsdienstes.
Der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung hat dem Vorgehen zugestimmt. Die ersten Bescheide sollen ab dem 30. März 2026 verschickt werden. In Cottbus gibt es pro Jahr zwischen 16.000 und 17.000 Rettungsdiensteinsätze. Die Stadt macht deutlich: Das Problem betrifft nicht nur Cottbus, sondern auch andere Landkreise und kreisfreie Städte in Brandenburg.



